Unter Wasser

copyright by Samuel Bollendorff

Der Umgang mit Wasser ist eines der ältesten und schwierigsten Probleme im Südosten der Türkei. Es ist so tief in der Region verwurzelt, dass sich in den vergangenen 40 Jahren jede neue Regierung an einer Reihe von Staudamm- und Bewässerungsprojekten abgearbeitet hat, um es endlich zu lösen. Keiner kann leugnen, dass diese Projekte große Fortschritte herbeigeführt haben. Menschen in abgelegenen Regionen haben nach und nach Zugang zu modernen Hilfsmitteln erhalten und nutzen diese, um ihre Bewässerungsmethoden für die Landwirtschaft zu modernisieren und eine bessere Zukunft für ihre Kinder zu schaffen. Diese Veränderungen haben natürlich ihren Preis. In nur kurzer Zeit haben die Bauern den Bezug zu den traditionellen Methoden verloren, weil sie auf profitablere Anbaupflanzen – etwa Baumwolle – umgestiegen sind. Auch die ökologischen Auswirkungen des Ilisu Dam-Projekts sind nicht zu übersehen. Dieser Staudamm wird die 1.000 Jahre alte, archäologisch wertvolle Gegend um Hasankeyf fluten; er ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen in der Türkei. Es scheint, dass die gemeinsame Nutzung der Wasser des Tigris und des Euphrats, die beide in der Türkei entspringen, künftig die Beziehungen mit Syrien und dem Irak prägen wird.

Die Türkei ist schon heute der zweitgrößte Baumwollproduzent der Welt, und sie hat sich zum Ziel gesetzt, im Jahre 2023 – wenn das Land den 100. Geburtstag der Türkischen Republik feiert – zu den zehn stärksten Ländern weltweit zu gehören.

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