Dialog

© Holger Groß

© Holger Groß

Während vor den Pforten Besuchermassen busladungsweise aus der ganzen Republik herangekarrt und in die größte Verbrauchermesse der Welt entladen werden, drinnen Ministerpräsidenten öffentlichkeitswirksam Rouladen braten, widmet sich Holger Groß mit seiner Kamera dem Besucherstrom dieser Veranstaltung.

Jeder 200. Deutsche wird Jahr für Jahr an diesem Ort sein.

Seine Fotografien zeigen die Gesichter meist älterer Mitbürger, wie das Leben in Deutschland sie gefärbt hat; Es könnte der eigene Vater sein, die Nachbarin, ein Kollege, der beste Freund. Die Menschen kommen uns bekannt vor. Sie haben wenig Beschauliches und Friedliches an sich. Den Besuchern der Messe fällt es schwer, den Eindrücken, welchen sie ausgesetzt sind, standzuhalten. Ein Zerrbild ihres Seins kommt zum Vorschein.

Holger Groß drückt den Auslöser, fixiert diesen beunruhigenden Augenblick und verleiht seinen Aufnahmen damit etwas Zeitloses und universell Tragisches.

Die Bilder erzählen nichts von Ausnahmesituationen. Sie erzählen vom Leben, vom alltäglichen Sein, das sich in unseren Seelen ablagert. Es fehlt das Besondere, das uns Distanz erlauben würde.
Vielmehr werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wir begegnen unserer eigenen Schonungslosigkeit im Umgang miteinander.

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